Dermatologische Praxis

Annette Graf

Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

Allergologie

Als Allergie bezeichnet man eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene), die sich in typischen Symptomen – wie zum Beispiel Heuschnupfen, Neurodermitis, Ekzemen und Nesselsucht – äußert. Die häufigsten Allergene sind:

  • Pollen, Tierhaare und Hausstaub
  • Bienen- und Wespengift
  • Nahrungsmittel und deren Zusatzstoffe
  • Chemische Substanzen der Umwelt
  • Arzneimittel

 

Zur Diagnostik von Allergien führen wir in unserer Praxis folgende Verfahren durch:

 

Allergietests

Hauttest (Prick-, Scratch- und Intracutantest)

Diese Allergietests dienen zur Diagnostik von Inhalationsallergien (Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze) und Nahrungsmittelallergien. Hierbei wird die Allergenlösung in die oberste Hautschicht eingebracht. Der Test dauert in der Regel 20 - 30 Minuten. Bei positiver Reaktion zeigen sich Rötungen, Juckreiz und Quaddelbildung, die nach kurzer Zeit aber wieder vollständig verschwunden sind.

 

Pflastertest (Epicutantest)

Der Epicutantest wird zum Nachweis von Kontaktallergien verwendet. Dazu werden verschiedene Stoffe, die als Allergene in Frage kommen, auf die Haut aufgebracht (epicutan = "auf der Haut"). Auf den Rücken des Patienten werden spezielle Hauptpflaster aufgeklebt. Diese Pflaster verbleiben bis zu 48 Stunden auf dem Rücken des Patienten und werden dann entfernt. Besteht eine Kontaktallergie auf eine der Testsubstanzen, reagiert die Haut an der betreffenden Stelle mit Entzündungsreaktionen.

 

 

 

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung (auch spezifische Immuntherapie (=SIT oder Allergieimpfung genannt) ist eine der wirksamsten Behandlungsmethoden in der Allergologie. Bei einer Allergie reagiert das Abwehrsystem überschießend auf bestimmte Allergieauslöser (= Allergene). Mit der Hyposensibilisierung wird dem Körper wiederholt ein Allergieauslöser in steigender Dosierung zugeführt, bis diese überschießende Immunreaktion nicht mehr eintritt und das Abwehrsystem den Allergieauslöser toleriert. Die Hyposensibilisierung setzt so bei den Ursachen der Allergieentstehung an.

 

Wie wird die Hyposensibilisierung durchgeführt?

Bei der subcutanen Immuntherapie wird die Allergenlösung anfangs meist wöchentlich, später in der Regel monatlich unter die Haut gespritzt. Bei Pollenallergien kann die spezifische Immuntherapie entweder das ganze Jahr hindurch oder auch nur außerhalb der Pollensaison durchgeführt werden. Bei Milben-, Tierhaar- und Insektengiftallergien wird grundsätzlich ganzjährig behandelt. Die Therapiedauer beträgt mindestens drei Jahre. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die Gesamtmenge des verabreichten Allergens. Der Langzeiteffekt der SIT gegen Pollen ist bisher über einen Zeitraum von 12 Jahren belegt.

Die Hyposensibilisierung bei Insektengiftallergie wird meist als Schnellhyposensibilisierung mit rascher Dosissteigerung innerhalb weniger Tage bis zur Erhaltungsdosis begonnen. Dies muss allerdings unter stationären Bedingungen im Krankenhaus geschehen. Die Fortführung der Injektionsbehandlung kann dann ambulant erfolgen.

Bei der sublingualen Immuntherapie wird das Allergen täglich in Tropfenform oder als Tablette unter die Zunge gebracht. Die erste Dosis muss unter Beobachtung in der Arztpraxis verabreicht werden.

 

 

 

Sonnenallergie

Hautveränderungen und Juckreiz, die nach einer Sonnenbestrahlung auftreten, werden allgemein als Sonnenallergie oder Lichtallergie bezeichnet. Genauer betrachtet verbergen sich aber verschiedene Erkrankungen hinter den Beschwerden. Die Beschwerden können durch lichtallergische Reaktionen hervorgerufen werden. Sie können aber auch die Folge einer toxischen Schädigung sein die bei Lichteinwirkung in Zusammenhang mit bestimmten Substanzen auftritt. Diese Substanzen können von außen mit der Haut Kontakt haben (Salben, Cremes, Kosmetika, Pflanzen) oder von innen kommen (Medikamente, Nahrungsmittel).

 

Ursachen

Hinter einer "Sonnenallergie" können sich folgende Erkrankungen verbergen:

  • photoallergische Kontaktekzeme, schwerste Form Sonnen-Utrikaria
  • Mallorca-Akne (Im Bereich der Körperhaare bilden sich kleine, juckende Knötchen. Diese Form ist selten.)
  • Lichtdermatosen (Juckende Quaddeln und Knötchen nach der Sonnenbestrahlung, meistens im oberen Brustbereich, an den Armen und im Gesicht.)
  • Porphyrie: Bei dieser seltenen Erkrankung handelt es sich um Stoffwechselkrankheit, bei der aufgrund eines Enzymdefekts die Bildung des roten Blutfarbstoffs Häm nicht richtig abläuft. Insbesondere die chronischen Form der Porphyrie ist mit einer erhöhten und oft sehr schmerzhaften Form der Lichtempfindlichkeit verbunden, bei der die Haut zu Blasen- und Narbenbildung neigt.

 

Therapie

Von Lichtdermatosen, die bei stärkerer Sonnenbestrahlung auftreten, sind etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die eigentliche Ursache ist bis heute unbekannt. Auch, ob es sich wirklich um eine Allergie handelt, wird kontrovers diskutiert. Betroffene können aber vorbeugen: Therapeutische Bestrahlung in einer Arztpraxis und die Zufuhr von ß-Karotin werden empfohlen. Außerdem sollte man sich langsam an die Sonne gewöhnen und bedeckende Kleidung bevorzugen. Kurzzeitig angewandte Cortison-Salben oder -Cremes und/oder Antihistaminika helfen bei auftretenden Beschwerden. Bei extremen Beschwerden kann die systemische Gabe von Cortison notwendig sein.

Der anaphylaktische Schock ist die stärkste allergische Reaktion vom Soforttyp. Ein anaphylaktischer Schock führt zu einem lebensbedrohenden Versagen des Herz-Kreislauf-Systems. Die Betroffenen müssen sofort ins Krankenhaus. Solche Folgen einer Sonnenallergie treten allerdings nur extrem selten auf. Diese Form nennt sich Sonnen-Utrikaria und ist eine durch Sonnenlicht ausgelöste Form der Nesselsucht.

 

Auslöser

Die Auslöser für eine Sonnenallergie, die im Zusammenhang mit anderen Stoffen auftritt, sind nicht immer leicht zu identifizieren. Sie entstammen aber drei Bereichen.

  • Kosmetika
  • Arzneimittel
  • Pflanzen (Wiesengräserdermatitis)

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